Gesundheit & Risiken

Dampfen in der Schwangerschaft: Ist es auch ohne Nikotin sicher?

Redaktion vapevote.de
Aktualisiert am 31.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Dampfen gilt in der Schwangerschaft nicht als sicher, auch nicht mit nikotinfreier Vape oder E-Zigarette. Das Aerosol ist ein Chemikaliengemisch, und die Langzeitfolgen für das Kind sind kaum erforscht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, E-Zigaretten mit und ohne Nikotin wie Tabakzigaretten zu behandeln und den Dampf als Schwangere weder aktiv noch passiv einzuatmen.

Ist Dampfen in der Schwangerschaft sicher?

Nein, Dampfen in der Schwangerschaft gilt nicht als sicher. Fachquellen raten ab, weil das Aerosol auch ohne Nikotin ein Gemisch verschiedener Chemikalien ist und die Folgen für das Kind kaum erforscht sind. Es gibt also keinen belegten risikofreien Weg, in der Schwangerschaft zu dampfen.

E-Zigaretten gelten zwar als weniger schädlich als Tabakzigaretten, trotzdem können sie dem Baby schaden. Schwangeren wird deshalb dringend davon abgeraten. Allgemeine Hintergründe findest du im Ratgeber wie schädlich sind Vapes.

Welche Risiken für Baby und Mutter werden genannt?

Als mögliche Risiken für das Baby werden geringes Geburtsgewicht, Frühgeburten, Entwicklungsstörungen von Gehirn und Lunge sowie Fehlbildungen genannt. Die Formulierungen bleiben vorsichtig: Es handelt sich um höchstwahrscheinliche Zusammenhänge, nicht um gesicherte Einzelnachweise für jedes Produkt.

Für die Mutter gibt es Hinweise auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme, Schwangerschaftskomplikationen und Depressionen. Nikotin verringert zudem die Durchblutung der Plazenta. Bei Beschwerden solltest du dich ärztlich abklären lassen.

  • Baby: geringes Geburtsgewicht, Frühgeburt, Entwicklungsstörungen von Gehirn und Lunge, Fehlbildungen
  • Mutter: Herz-Kreislauf, Atemwege, Komplikationen, Depressionen

Ist eine Vape ohne Nikotin in der Schwangerschaft eine Alternative?

Eine Vape ohne Nikotin ist in der Schwangerschaft nicht als risikofrei anzusehen. Wer ein nikotinfreies Liquid wählt, inhaliert keinen reinen Wasserdampf, sondern ein Gemisch aus Vernebelungsmitteln wie Propylenglykol sowie Duft- und Aromastoffen. Beim Erhitzen können außerdem Verbindungen wie Formaldehyd, Acetaldehyd oder Schwermetalle entstehen.

Das Tabakerzeugnisrecht regelt Inhaltsstoffe und Kennzeichnung, trifft aber keine Aussage darüber, ob ein Produkt in der Schwangerschaft geeignet ist. Mehr zur Grundfrage steht unter ist Vape ohne Nikotin schädlich. Eine Übersicht zur Produktkategorie bietet Einweg-Vapes ohne Nikotin.

Was sagen BfR und andere Behörden?

Das BfR empfiehlt, E-Zigaretten und E-Shishas mit oder ohne Nikotin wie herkömmliche Zigaretten zu behandeln. Schwangeren und Stillenden rät es, sich dem Dampf weder aktiv noch passiv auszusetzen. Das gilt also auch für fremden Dampf in der Umgebung.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät ebenfalls zur Vorsicht und empfiehlt dieselbe Gleichsetzung mit Zigaretten. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und die Deutsche Lungenstiftung fordern zudem bessere Aufklärung werdender Eltern und ein umfassendes Werbeverbot.

StelleEinschätzung
BfRE-Zigaretten mit/ohne Nikotin wie Zigaretten behandeln; Dampf aktiv und passiv meiden
BAG (Schweiz)Zur Vorsicht geraten; Gleichbehandlung mit Zigaretten
DGP und Deutsche LungenstiftungBessere Aufklärung und Werbeverbot gefordert

Welche Inhaltsstoffe sind besonders relevant?

Relevant sind vor allem Nikotin, Propylenglykol, Aromastoffe und Reaktionsprodukte beim Erhitzen. Propylenglykol ist als Lebensmittelzusatz E 1520 zugelassen, doch diese Zulassung sagt nichts über die Sicherheit beim Inhalieren aus. In größerer Menge eingeatmet kann es die oberen Atemwege reizen und die Lungenfunktion beeinträchtigen.

Auch Aromastoffe sind als Lebensmittelzusätze zugelassen, ihre Wirkung beim Verdampfen ist aber wissenschaftlich noch nicht belegt. Beim Dampfen entstehen kein Kohlenmonoxid, Arsen oder Blausäure wie bei Tabakzigaretten, wohl aber sollen krebserregende Stoffe wie Formaldehyd und Acetaldehyd entstehen. Siehe auch Liquids ohne Nikotin.

Was zeigen Studien und was ist noch unklar?

Die Studienlage ist dünn: Die gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten-Dampf auf das Ungeborene sind bisher kaum erforscht, und die Forschung konzentriert sich auf Nikotin und Zigarettenrauch. Zu nikotinfreiem Dampfen gibt es wenige Langzeitstudien.

Erste Hinweise stammen aus Labor- und Tierversuchen. Eine US-Laborstudie der UC Riverside mit humanen embryonalen Stammzellen deutet darauf hin, dass der Aromastoff Vanillin die Embryonalentwicklung stören kann. Bei trächtigen Mäusen störte nikotinhaltiger Dampf die Lungenentwicklung der Embryonen nachhaltig. Beide Ergebnisse sind nur eingeschränkt auf Menschen übertragbar.

Wie verbreitet ist Dampfen in der Schwangerschaft?

In den USA nutzten etwa 2 bis 7 % der Schwangeren E-Zigaretten. Eine US-Langzeitstudie (MMWR 2019) mit über 3.000 Frauen fand 7 % Nutzung. Die Hälfte dieser Frauen hielt E-Zigaretten für weniger schädlich fürs Kind und für eine Hilfe bei der Tabakentwöhnung.

In derselben Erhebung wusste jede vierte Schwangere nicht, dass ihre E-Zigarette Nikotin enthielt. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts raucht etwa jede zehnte Frau in Deutschland während der Schwangerschaft Zigaretten. Wenn du mit dem Rauchen aufhören willst, sprich mit Ärztin, Arzt oder Hebamme über geeignete Hilfen.

KennzahlWert
Schwangere mit E-Zigarette (USA)ca. 2–7 %
MMWR-Studie 20197 % bei über 3.000 Frauen
Nutzerinnen ohne Wissen über Nikotinca. 25 %
Rauchende Schwangere (Deutschland, RKI)ca. 10 %

Was gilt für Passivdampf und das Stillen?

Auch Passivdampf sollten Schwangere und Stillende meiden. Das BfR rät, sich dem Dampf weder aktiv noch passiv auszusetzen. Eine einzelne Zigarette oder E-Zigarette erzeugt eine hohe Konzentration von Schadstoffen wie Feinstaub, Nikotin, Propylenglykol und Aceton, die bei Kindern chronische Atemwegserkrankungen verursachen können.

Hersteller raten Schwangeren und Stillenden ausdrücklich von der Nutzung ab. Wie Dampf grundsätzlich entsteht, erklärt der Ratgeber wie funktioniert eine E-Zigarette.

Häufige Fragen

Darf ich in der Schwangerschaft eine E-Zigarette ohne Nikotin benutzen?

Ein persönliches Verbot gibt es nicht, aber Fachstellen wie das BfR raten ab. Auch nikotinfreie Liquids erzeugen ein Aerosol mit Propylenglykol, Aromen und möglichen Reaktionsprodukten. Dass es in der Schwangerschaft ohne Risiko ist, ist nicht belegt.

Ist Dampfen weniger schädlich als Rauchen für das Baby?

E-Zigaretten gelten als weniger schädlich als Tabakzigaretten, können dem Baby aber trotzdem schaden. Schwangeren wird dringend abgeraten. Als sicherer Ersatz für den Rauchstopp ist Dampfen in der Schwangerschaft nicht belegt.

Ist in nikotinfreien Vapes reiner Wasserdampf enthalten?

Nein. Auch ohne Nikotin enthält das Aerosol Vernebelungsmittel wie Propylenglykol sowie Duft- und Aromastoffe. Beim Erhitzen können zudem Formaldehyd, Acetaldehyd oder Schwermetalle entstehen.

Gilt das auch für Einweg-Vapes?

Ja. Das BfR rät, E-Zigaretten und E-Shishas mit oder ohne Nikotin wie Zigaretten zu behandeln. Das schließt Einweg-Geräte ein, auch wenn sie als nikotinfrei angeboten werden.

Schadet Passivdampf dem Ungeborenen?

Das BfR rät Schwangeren, sich dem Dampf weder aktiv noch passiv auszusetzen. Zu Passivdampf und Ungeborenen ist die Forschung begrenzt, daher gilt Vorsicht.

Weiß ich immer, ob meine E-Zigarette Nikotin enthält?

Nicht unbedingt. In einer US-Erhebung wusste jede vierte schwangere Nutzerin nicht, dass ihre E-Zigarette Nikotin enthielt. Prüfe die Kennzeichnung und besprich deine Situation mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.

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