Nikotin

Vape vs Zigarette: Was ist schädlicher für die Gesundheit?

Redaktion vapevote.de
Aktualisiert am 31.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Beim Vergleich Vape vs Zigarette gilt: Nach BfR und DKFZ sind E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich als Tabakzigaretten, aber nicht risikofrei. Beide enthalten meist Nikotin, das abhängig macht, und die Langzeitfolgen des Dampfens sind nicht geklärt. Am meisten bringt der komplette Umstieg oder Verzicht. Der gleichzeitige Konsum beider Produkte gilt als besonders problematisch.

Was ist schlimmer: Vape oder Zigarette?

Die Tabakzigarette gilt als deutlich schädlicher als die E-Zigarette. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet E-Zigaretten als wesentlich weniger gefährlich, weil kein Tabak verbrannt wird und die Schadstoffmengen im Aerosol typischerweise niedriger sind. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) formuliert vorsichtiger: E-Zigaretten seien wahrscheinlich weniger schädlich, aber mit Risiken verbunden.

„Weniger schädlich“ bedeutet also nicht „gesund“. Wer Vape oder Zigarette vergleicht, vergleicht zwei Risiken, nicht ein Risiko mit einer sicheren Alternative. Das BfR rät grundsätzlich zum Verzicht auf E-Zigaretten. Mehr dazu findest du im Beitrag Sind Vapes schädlicher als Zigaretten?.

Dampfen vs. Rauchen: Wo liegen die Unterschiede?

Der Kernunterschied ist die Verbrennung: Bei der Zigarette wird Tabak verbrannt, bei der E-Zigarette wird Liquid verdampft. Dadurch fallen die Schadstoffmengen im Aerosol typischerweise niedriger aus. Ganz schadstofffrei ist Dampf aber nicht.

KriteriumTabakzigaretteE-Zigarette / Vape
VerbrennungJaNein (Verdampfen von Liquid)
NikotinJa, abhängig machendJa (Liquid max. 20 mg/ml), abhängig machend; auch ohne Nikotin erhältlich
SchadstoffeVerbrennungsprodukteTypischerweise niedrigere Mengen; beim Erhitzen können Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein entstehen
Einschätzung BfRDeutlich gefährlicherWesentlich weniger gefährlich, aber nicht risikofrei
LangzeitfolgenGut belegtNicht vollständig geklärt

Nikotin bei Zigarette und Vape: Wie abhängig macht es?

Nikotin macht in beiden Produkten abhängig. Das BfR hält Nikotinabhängigkeit selbst schon für eine ernste gesundheitliche Beeinträchtigung. Schon ein einzelner Zug kann die Nikotinkonzentration im Gehirn schnell ansteigen lassen.

In Deutschland und der EU darf nikotinhaltiges Liquid höchstens 20 mg Nikotin pro ml enthalten. Wie viel Nikotin tatsächlich aufgenommen wird, hängt vom Gerät und vom Konsum ab. Grundlagen findest du unter Wie viel Nikotin hat eine Vape? und Nikotinsalz erklärt.

Welche Risiken hat Dampfen trotzdem?

Dampfen ist nicht risikofrei. Das BfR nennt Risiken durch Nikotin, Verneblungsstoffe, Aromen, mögliche Verunreinigungen und beim Erhitzen entstehende Stoffe. Die Langzeitfolgen sind weiterhin nicht vollständig geklärt. Risiken durch Passivdampf lassen sich nicht ausschließen.

Das BfR rät dringend davon ab, Liquids selbst zu mischen, da Öle im Liquid schwere Atemwegserkrankungen auslösen können. Außerdem rät es von Liquids mit den Kühlstoffen WS-23, WS-3 und WS-5 ab. Weitere Hintergründe: Wie schädlich sind Vapes?.

Was bringt der Umstieg von der Zigarette auf die E-Zigarette?

Ein kompletter Umstieg senkt laut DKFZ viele Schadstoff-Biomarker gegenüber dem Rauchen. Das Cochrane-Living-Review 2026 stellt fest, dass nikotinhaltige E-Zigaretten die Rauchstopp-Raten gegenüber Nikotinersatztherapie wie Pflaster oder Kaugummi erhöhen. Das gilt für erwachsene Rauchende und ist keine Aussage, dass Dampfen ohne Risiko ist.

Beim Dual Use, also dem gleichzeitigen Konsum beider Produkte, sind die möglichen Vorteile laut DKFZ begrenzt. Am meisten bringt der vollständige Verzicht auf Tabak, langfristig auch auf Nikotin. Mehr: Rauchen aufhören mit Vape.

Ist die E-Zigarette etwas für Nichtraucher?

Nein, wer nie geraucht hat, sollte nicht mit dem Dampfen anfangen. Das DKFZ betont den Jugend- und Nichtraucherschutz. Der Vorteil gegenüber der Zigarette betrifft nur Menschen, die sonst weiter rauchen würden.

Für Nichtrauchende bleibt ein Risiko ohne Nutzen, plus die Gefahr einer Nikotinabhängigkeit. Die Abgabe ist in Deutschland erst ab 18 erlaubt, Details unter Vape ab welchem Alter.

Was ist rechtlich bei E-Zigaretten erlaubt?

Das TabakerzG setzt klare Grenzen. Nach § 14 darf nikotinhaltiges Liquid höchstens 20 mg/ml enthalten. Einweggeräte und Einwegkartuschen dürfen höchstens 2 ml fassen, Nachfüllbehälter höchstens 10 ml. Geräte oder Liquids darüber, etwa Mega-Puff-Vapes mit 5–20 ml oder 30–50 mg/ml Nikotin, sind in Deutschland nicht legal verkehrsfähig.

Ein bundesweites Verkaufsverbot für alle Einweg-E-Zigaretten gilt nach Rechtsstand Herbst 2026 nicht, wird politisch aber weiter verfolgt. Seit dem 01.07.2026 müssen Vertreiber ausgediente Einweg-E-Zigaretten kostenlos zurücknehmen, auch im Fernabsatz. Online-Werbung ist nach § 19 TabakerzG verboten. Siehe erlaubte Vapes in Deutschland und Einweg-Vape-Verbot.

  • Nikotin: max. 20 mg/ml
  • Einweg/Kartusche: max. 2 ml
  • Nachfüllbehälter: max. 10 ml
  • Rücknahmepflicht Einweg: seit 01.07.2026

Häufige Fragen

Ist Vape oder Zigarette besser?

Aus Sicht von BfR und DKFZ ist die E-Zigarette wesentlich bzw. wahrscheinlich weniger schädlich als die Tabakzigarette. „Gut“ ist sie deshalb nicht: Sie ist mit Risiken verbunden, enthält meist Nikotin, und die Langzeitfolgen sind nicht geklärt. Die gesündeste Option ist der Verzicht auf beides.

Was ist der Unterschied zwischen E-Zigarette und Vape?

Im Alltag meinen beide Begriffe meist dasselbe: ein Gerät, das Liquid verdampft. „Vape“ wird oft für Einweg- oder Pod-Geräte verwendet. Eine genaue Abgrenzung findest du im Beitrag Unterschied Vape und E-Zigarette.

Hat eine Vape weniger Nikotin als eine Zigarette?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Liquid darf bis 20 mg/ml enthalten, die aufgenommene Menge hängt von Gerät, Zugverhalten und Nikotinstärke ab. Nikotin macht in beiden Fällen abhängig. Eine Orientierung bietet die Umrechnung Vape in Zigaretten.

Ist Dual Use sinnvoll?

Nein, er gilt als besonders problematisch. Laut DKFZ sind beim gleichzeitigen Konsum von Zigarette und E-Zigarette die möglichen Vorteile begrenzt. Die Schadstoffbelastung sinkt vor allem beim kompletten Umstieg, am stärksten beim vollständigen Verzicht.

Gibt es Vapes ohne Nikotin?

Ja, im Handel werden nikotinfreie Einweggeräte und Liquids angeboten, siehe Vapes ohne Nikotin. Auch sie sind nicht automatisch risikofrei, da Verneblungsstoffe, Aromen und beim Erhitzen entstehende Stoffe Risiken bergen können.

Kann Passivdampf schaden?

Risiken durch Passivdampf lassen sich nach Einschätzung des BfR nicht ausschließen. Daher ist Rücksicht in Gegenwart von Kindern, Schwangeren und Nichtrauchenden angebracht. Zur Schwangerschaft siehe Dampfen in der Schwangerschaft.

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